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Enthüllt: Der Bau Ihrer Hochleistungs-Doppelquad-Antenne für 430-440 MHz

Eine detaillierte Anleitung zur Konstruktion einer effizienten Richtantenne, inklusive der Besonderheiten bei Verwendung eines Drahtes mit 2,5 cm² Querschnitt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Präzise Dimensionierung: Die Kantenlänge der Quad-Elemente und der Reflektorabstand sind entscheidend für die Leistung im 70cm-Band (430-440 MHz) und hängen von der Wellenlänge sowie der Drahtdicke ab.
  • Die Drahtstärke-Frage: Ein Kupferdraht mit 2,5 cm² Querschnitt (entspricht ca. 17,8 mm Durchmesser) ist für Antennen dieser Art extrem dick und beeinflusst die Maße sowie die Verarbeitbarkeit erheblich. Üblicher sind Querschnitte von 2,5 mm².
  • Reflektor ist Pflicht: Ein metallischer Reflektor hinter den Quad-Elementen bündelt die Strahlung und erhöht den Antennengewinn signifikant.

Einleitung: Die Doppelquad-Antenne für den 70cm-Bereich

Die Doppelquad-Antenne, oft auch Bi-Quad genannt, ist eine beliebte und relativ einfach zu bauende Richtantenne, die sich gut für den Frequenzbereich von 430 bis 440 MHz (70cm-Band im Amateurfunk) eignet. Sie besteht aus zwei quadratischen Schleifen aus Draht, die als Strahler dienen, und einem Reflektor. Diese Konstruktion bietet einen guten Kompromiss aus Gewinn, Richtwirkung und kompakter Baugröße.

In dieser Anleitung gehen wir detailliert auf die Konstruktion einer solchen Antenne ein, unter besonderer Berücksichtigung des von Ihnen spezifizierten Kupferdrahtes mit einem Querschnitt von 2,5 cm².

Ein wichtiger Hinweis zur Drahtstärke: 2,5 cm² vs. 2,5 mm²

Sie haben einen Kupferdraht mit einem Querschnitt von 2,5 cm² (Quadratzentimeter) angegeben. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies eine sehr ungewöhnliche und extrem große Drahtstärke für den Antennenbau in diesem Frequenzbereich ist:

  • Ein Querschnitt von 2,5 cm² entspricht 250 mm².
  • Für einen runden Draht ergibt dies einen Durchmesser von \( d = \sqrt{\frac{4 \times A}{\pi}} = \sqrt{\frac{4 \times 250 \text{ mm}^2}{\pi}} \approx \sqrt{318.3 \text{ mm}^2} \approx 17,84 \text{ mm} \).

Ein Draht mit fast 1,8 cm Durchmesser ist eher ein Kupferstab. Die Verarbeitung (Biegen) wird extrem schwierig sein. Üblicherweise werden für solche Antennen Drähte mit einem Querschnitt von 1,5 mm² bis etwa 4 mm² (entsprechend einem Durchmesser von ca. 1,4 mm bis 2,25 mm) oder spezifisch 2,5 mm² (Millimeterquadrat, entspricht ca. 1,78 mm Durchmesser) verwendet.

Die große Drahtdicke hat auch elektrische Auswirkungen: Die Elemente müssen etwas kürzer sein als bei dünnerem Draht, um auf derselben Frequenz resonant zu sein, und die Antenne weist tendenziell eine größere Bandbreite auf. Wir werden in den Berechnungen auf diesen Aspekt eingehen und Maße für beide Szenarien (Ihren spezifizierten 17,84 mm dicken Draht und einen praxisnäheren 1,78 mm dicken Draht) vergleichen.


Grundlagen und Berechnungen für Ihre Doppelquad-Antenne

Die Dimensionierung einer Doppelquad-Antenne basiert auf der Wellenlänge der gewünschten Betriebsfrequenz. Für den Bereich 430-440 MHz legen wir die Berechnungen auf die Mittenfrequenz aus.

Mittenfrequenz und Wellenlänge

Zuerst bestimmen wir die Mittenfrequenz \(f_m\) des gewünschten Bereichs:

\[ f_m = \frac{f_{unten} + f_{oben}}{2} = \frac{430 \text{ MHz} + 440 \text{ MHz}}{2} = 435 \text{ MHz} \]

Die Wellenlänge \( \lambda \) im freien Raum berechnet sich mit der Lichtgeschwindigkeit \( c \approx 299,792,458 \text{ m/s} \):

\[ \lambda = \frac{c}{f_m} = \frac{299,792,458 \text{ m/s}}{435 \times 10^6 \text{ Hz}} \approx 0,689178 \text{ m} \approx 68,92 \text{ cm} \]

Dimensionierung der Quad-Elemente

Eine Doppelquad-Antenne besteht aus zwei quadratischen Schleifen. Jede Seite eines solchen Quadrats hat eine Länge von etwa \( \lambda/4 \). Die Gesamtlänge des für die beiden Quadrate benötigten Drahtes beträgt also ungefähr \( 8 \times (\lambda/4) = 2\lambda \). Aufgrund der endlichen Drahtdicke und des sogenannten Verkürzungsfaktors (VK, typischerweise zwischen 0,92 und 0,98) sind die tatsächlichen Längen etwas kürzer.

Wir verwenden den Rechner der Bremer Funkfreunde als Referenz für präzisere Maße, da er den Drahtdurchmesser berücksichtigt:

Fall 1: Kupferdraht mit 2,5 mm² Querschnitt (ca. 1,78 mm Durchmesser) - Empfohlene Variante

  • Drahtdurchmesser: 1,78 mm
  • Verkürzungsfaktor (angenommen): 0,96
  • Kantenlänge (A) pro Seite eines Quadrats: ca. 16,41 cm
  • Gesamtdrahtlänge für Strahler: ca. 131,3 cm ( \(8 \times 16,41 \text{ cm}\) )

Fall 2: Kupferdraht mit 2,5 cm² Querschnitt (ca. 17,84 mm Durchmesser) - Ihre Spezifikation

  • Drahtdurchmesser: 17,84 mm
  • Verkürzungsfaktor (angenommen): 0,96 (dicker Draht führt zu stärkerer Verkürzung)
  • Kantenlänge (A) pro Seite eines Quadrats: ca. 15,74 cm
  • Gesamtdrahtlänge für Strahler: ca. 125,9 cm ( \(8 \times 15,74 \text{ cm}\) )

Wie Sie sehen, führt der extrem dicke Draht zu merklich kürzeren Elementen.

Der Reflektor

Der Reflektor dient dazu, die Abstrahlung der Antenne in eine bevorzugte Richtung zu lenken und somit den Gewinn zu erhöhen. Er besteht üblicherweise aus einer leitfähigen Platte (z.B. Aluminiumblech, Kupferkaschierte Epoxydplatte).

  • Material: Aluminiumblech, Kupferblech, kupferkaschierte Leiterplatte (Pertinax, FR4), engmaschiges Metallgitter.
  • Dimensionen (C x D): Der Reflektor sollte auf jeder Seite größer sein als die Ausdehnung der Quad-Elemente. Für 435 MHz empfiehlt der Rechner eine Größe von ca. 33,77 cm x 33,77 cm. Eine Mindestgröße von etwa \(0,5\lambda \times 0,5\lambda\) (\(\approx 34,5 \text{ cm} \times 34,5 \text{ cm}\)) ist üblich.
  • Abstand Strahler-Reflektor (B): Dieser Abstand ist kritisch für die Impedanz und den Gewinn der Antenne. Ein typischer Wert liegt zwischen \(0,1\lambda\) und \(0,15\lambda\). Für 435 MHz ergibt sich ein optimaler Abstand von ca. 10,34 cm. Dieser Wert ist weitgehend unabhängig von der Drahtdicke des Strahlers.

Benötigte Materialien und Werkzeuge

Die folgende Tabelle listet die benötigten Materialien und Werkzeuge für den Bau Ihrer Doppelquad-Antenne auf. Mengen und spezifische Typen können je nach Ihrer genauen Ausführung variieren.

Material/Werkzeug Spezifikation/Beschreibung Geschätzte Menge/Anmerkung
Kupferdraht (Strahler) Massiv, blank oder lackisoliert. Querschnitt 2,5 cm² (Ø ≈ 17,84 mm) ODER empfohlen 2,5 mm² (Ø ≈ 1,78 mm) Siehe Längenberechnung oben (ca. 1,3 m - 1,4 m)
Reflektorplatte Aluminiumblech, Kupferblech, o.ä. Mind. 35 cm x 35 cm, Dicke 1-2 mm
Koaxialkabel 50 Ohm Impedanz (z.B. RG58, RG213) Länge nach Bedarf + ca. 30 cm für Anschlüsse
Koaxialstecker Passend zu Ihrem Funkgerät (z.B. BNC, N, PL-259) 1 Stück
Distanzhalter Isolierendes Material (z.B. Kunststoff, Plexiglas, trockenes Holz) für den Abstand Strahler-Reflektor 4 Stück, Länge ca. 10,34 cm
Befestigungsmaterial Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben (nicht-magnetisch, z.B. Messing, Edelstahl) Diverse
Lötkolben & Lötzinn Für elektrische Verbindungen (mind. 50W, bei dickem Draht mehr) -
Seitenschneider/Metallsäge Zum Schneiden des Drahtes und ggf. des Reflektors -
Biegewerkzeug/Schraubstock Besonders wichtig bei dem dicken 2,5 cm² Draht! -
Messwerkzeuge Lineal, Maßband, Schieblehre -
Bohrmaschine & Bohrer Für Löcher im Reflektor und ggf. Distanzhaltern -
Optional: Balun 1:1 Balun zur Symmetrierung und Anpassung Kann die Leistung verbessern
Optional: Wetterschutz Gehäuse, Schrumpfschlauch, wetterfester Lack/Silikon Für Außenmontage

Schritt-für-Schritt Bauanleitung

Der Bau erfordert Präzision, besonders bei den Abmessungen und Biegungen.

Visualisierung des Bauprozesses

Die folgende Mindmap gibt einen Überblick über die wesentlichen Schritte beim Bau Ihrer Doppelquad-Antenne. Jeder Knotenpunkt repräsentiert eine wichtige Phase oder Komponente im Entstehungsprozess Ihrer Antenne.

mindmap root["Bau einer Doppelquad-Antenne (435 MHz)"] id1["1. Planung & Berechnung"] id1_1["Mittenfrequenz: 435 MHz"] id1_2["Wellenlänge (λ): ca. 68.92 cm"] id1_3["Seitenelement (Länge A):
16.41 cm (für Ø 1.78mm Draht) ODER
15.74 cm (für Ø 17.84mm Draht)"] id1_4["Reflektorabstand (B): ca. 10.34 cm"] id1_5["Reflektorgröße (C x D): ca. 33.8 x 33.8 cm"] id2["2. Materialbeschaffung"] id2_1["Kupferdraht (passende Länge)"] id2_2["Reflektorplatte (Metall)"] id2_3["Koaxialkabel (50 Ohm) & Stecker"] id2_4["Distanzhalter & Befestigungsmaterial"] id2_5["Werkzeuge (Lötkolben, Bohrer, etc.)"] id3["3. Konstruktion des Strahlers"] id3_1["Draht auf Gesamtlänge zuschneiden
(ca. 131.3 cm bzw. 125.9 cm)"] id3_2["Markierungen für Biegungen anbringen (8 Segmente)"] id3_3["Draht zu zwei Quadraten biegen (Figur-8-Form)
Exakte 90° Winkel anstreben"] id3_4["Speisepunkt in der Mitte (kleiner Spalt von ca. 2-5mm)"] id4["4. Vorbereitung und Montage des Reflektors"] id4_1["Reflektorplatte zuschneiden"] id4_2["Bohrungen für Distanzhalter und Koaxialkabeldurchführung anbringen"] id4_3["Distanzhalter am Reflektor befestigen"] id5["5. Montage des Strahlers und Speisung"] id5_1["Strahler auf den Distanzhaltern montieren
(exakten Abstand B einhalten)"] id5_2["Koaxialkabel vorbereiten: Außenmantel und Schirmung abisolieren,
Innenleiter freilegen"] id5_3["Innenleiter an eine Seite des Speisepunkts löten,
Schirm an die andere Seite"] id5_4["Optional: 1:1 Balun integrieren"] id6["6. Endmontage & Test"] id6_1["Koaxialstecker am Kabel montieren"] id6_2["Verbindungen auf Kurzschluss prüfen"] id6_3["SWR-Messung durchführen und ggf. Feinabstimmung
(Längen, Abstände minimal anpassen)"] id6_4["Wetterschutz anbringen (falls für Außeneinsatz)"]

Diese Visualisierung hilft, den gesamten Prozess im Blick zu behalten und die einzelnen Schritte systematisch abzuarbeiten.

1. Vorbereitung des Drahtes

Schneiden Sie den Kupferdraht auf die berechnete Gesamtlänge zu. Für den 1,78 mm dicken Draht (2,5 mm² Querschnitt) sind das ca. 131,3 cm. Für den von Ihnen spezifizierten 17,84 mm dicken Draht (2,5 cm² Querschnitt) sind es ca. 125,9 cm. Reinigen Sie die Drahtenden, falls er lackisoliert ist.

Markieren Sie die Biegepunkte sehr sorgfältig. Sie benötigen 8 Segmente gleicher Länge (Kantenlänge A).

2. Biegen der Quad-Elemente

Biegen Sie den Draht exakt an den Markierungen zu zwei Quadraten, die in der Mitte miteinander verbunden sind (ähnlich einer "8"). Achten Sie auf präzise 90°-Winkel. Bei dem extrem dicken 17,84 mm Draht wird dies erhebliche Kraft und möglicherweise spezielle Biegewerkzeuge oder Erhitzen erfordern (Vorsicht, Glühen verändert die Materialeigenschaften!).

Die beiden mittleren Enden des Drahtes bilden den Speisepunkt. Lassen Sie hier einen kleinen Spalt von etwa 2-5 mm für den Anschluss des Koaxialkabels.

Fertig aufgebaute 70cm Doppelquad-Antenne

Beispiel einer fertig aufgebauten 70cm Doppelquad-Antenne. Quelle: oe1iah.at

3. Vorbereitung und Montage des Reflektors

Schneiden Sie die Reflektorplatte auf die Maße von ca. 33,8 cm x 33,8 cm (oder etwas größer) zu. Bohren Sie mittig ein Loch für die Durchführung des Koaxialkabels. Bohren Sie außerdem Löcher für die Befestigung der Distanzhalter.

4. Herstellung des Speisepunkts und Verbindung mit dem Koaxialkabel

Montieren Sie den gebogenen Strahler mithilfe der isolierenden Distanzhalter auf dem Reflektor. Der Abstand (B) zwischen Strahler und Reflektor muss exakt eingehalten werden (ca. 10,34 cm).

Bereiten Sie das Koaxialkabel vor: Entfernen Sie vorsichtig den Außenmantel, legen Sie die Schirmung frei und verdrillen Sie diese. Isolieren Sie dann den Innenleiter ab.

Führen Sie das Koaxialkabel durch das Loch im Reflektor. Löten Sie den Innenleiter des Koaxialkabels an die eine Seite des Speisepunkt-Spalts am Strahler und die Schirmung an die andere Seite. Sorgen Sie für eine stabile, kurzschlussfreie Verbindung. Bei dem sehr dicken Draht kann das Anlöten herausfordernd sein; eventuell sind Kabelschuhe oder Klemmen eine Alternative, die dann aber gut vor Korrosion geschützt werden müssen.

Ein 1:1 Balun (Symmetrierglied) am Speisepunkt ist empfehlenswert, um Mantelwellen auf dem Koaxialkabel zu reduzieren und die Symmetrie der Antenne zu wahren. Dies kann die Effizienz und das Strahlungsdiagramm verbessern.

5. Endmontage und Wetterschutz

Montieren Sie den Koaxialstecker am anderen Ende des Kabels. Überprüfen Sie alle Verbindungen sorgfältig. Falls die Antenne im Freien eingesetzt werden soll, schützen Sie den Speisepunkt und die Anschlüsse vor Witterungseinflüssen (z.B. mit selbstverschweißendem Isolierband, Silikon oder einem kleinen wetterfesten Gehäuse).


Einfluss der Drahtstärke auf die Antennenparameter

Wie bereits erwähnt, ist die von Ihnen spezifizierte Drahtstärke von 2,5 cm² Querschnitt (Ø 17,84 mm) außergewöhnlich. Der folgende Radar-Chart vergleicht einige Schlüsseleigenschaften einer Doppelquad-Antenne, gebaut mit diesem sehr dicken Draht, gegenüber einer Konstruktion mit einem praxisüblicheren Draht von 2,5 mm² Querschnitt (Ø 1,78 mm). Die Werte sind relativ und auf einer Skala von 1 (ungünstig) bis 10 (sehr günstig) dargestellt.

Interpretation des Charts:

  • Gewinn & Bandbreite: Sehr dicke Elemente können theoretisch zu einer etwas größeren Bandbreite und geringfügig höherem Gewinn führen, vorausgesetzt, die Anpassung gelingt perfekt.
  • Baubarkeit: Der Hauptnachteil des extrem dicken Drahtes ist die extrem schwierige Verarbeitung. Präzises Biegen ist kaum von Hand möglich.
  • Mechanische Stabilität: Eine Antenne aus 17,8 mm dickem Kupfer wäre extrem robust, aber auch sehr schwer.
  • Kosten & Gewicht: Dicker Kupferdraht/-stab ist deutlich teurer und schwerer, was die Montage und die Anforderungen an den Mast erhöht.

Für den praktischen Selbstbau ist ein Draht mit einem Querschnitt von 2,5 mm² (ca. 1,8 mm Durchmesser) oder ähnlich die deutlich bessere Wahl.


Polarisation

Die Polarisation einer Doppelquad-Antenne hängt von ihrer Ausrichtung ab:

  • Horizontale Polarisation: Die Quad-Elemente stehen "auf der Spitze", sodass die offenen Enden des Speisepunktes horizontal ausgerichtet sind (d.h. die Quadrate sind um 45° gedreht, sodass die Diagonalen horizontal und vertikal verlaufen und die Speisung an einer horizontalen Kante erfolgt, oder die Quadrate sind "normal" ausgerichtet und die Speisung erfolgt an einer horizontalen Seite). Für die übliche Bi-Quad-Form (liegende "8") bedeutet dies, dass die Ebene der "8" senkrecht steht und die Speisepunkte oben und unten oder links und rechts liegen. Wenn die "8" flach liegt (parallel zum Boden), ist die Polarisation vertikal, wenn die Speisung an den seitlichen Verbindungen erfolgt. Für die übliche Bauform, bei der die Doppelquad-Elemente in einer vertikalen Ebene liegen und die Speisung an den horizontal gegenüberliegenden Punkten erfolgt (die "8" steht), ergibt sich horizontale Polarisation.
  • Vertikale Polarisation: Um vertikale Polarisation zu erzielen, muss die Antenne entsprechend gedreht werden, sodass die elektrischen Feldlinien vertikal schwingen. Bei der stehenden "8" würde dies bedeuten, die Speisepunkte sind oben/unten.

Im 70cm-Band ist für FM-Sprechfunk und viele digitale Betriebsarten oft vertikale Polarisation üblich, während für SSB und Weitverkehrsverbindungen (DX) horizontale Polarisation bevorzugt wird. Informieren Sie sich über die gängige Polarisation für Ihre gewünschte Anwendung.


Video-Anleitung: Bau einer DVB-T2 Doppelquad Antenne

Obwohl das folgende Video den Bau einer Doppelquad-Antenne für DVB-T2 zeigt (was andere Frequenzen nutzt), sind die grundlegenden Konstruktionsprinzipien und Handgriffe sehr ähnlich und können als visuelle Unterstützung für Ihr Projekt im 430-440 MHz Bereich dienen. Achten Sie darauf, die in unserer Anleitung berechneten Maße für Ihr spezifisches Frequenzband zu verwenden, nicht die Maße aus dem Video.

Dieses Video zeigt den prinzipiellen Aufbau einer Doppelquad-Antenne. Die Maße müssen für den 430-440 MHz Bereich angepasst werden!


Testen und Abgleichen der Antenne

Nach dem Bau ist es unerlässlich, die Antenne zu testen und gegebenenfalls abzugleichen, um die optimale Leistung zu erzielen.

SWR-Messung

Das Stehwellenverhältnis (SWR) ist ein Maß dafür, wie gut die Antenne an das Koaxialkabel und das Funkgerät angepasst ist. Ein ideales SWR ist 1:1. Werte bis 1:1,5 sind sehr gut, bis 1:2 noch akzeptabel.

  1. Verbinden Sie ein SWR-Messgerät zwischen Ihr Funkgerät und die Antenne.
  2. Stellen Sie Ihr Funkgerät auf geringe Sendeleistung ein.
  3. Messen Sie das SWR auf verschiedenen Frequenzen im Bereich 430-440 MHz (z.B. 430, 435, 440 MHz).

Feinabstimmung

Wenn das SWR zu hoch ist oder die beste Anpassung außerhalb des gewünschten Frequenzbereichs liegt, können Sie versuchen, die Antenne feinabzustimmen:

  • Länge der Strahler-Elemente:
    • Ist die Resonanzfrequenz zu niedrig (bestes SWR unter 430 MHz), sind die Elemente zu lang. Kürzen Sie sie vorsichtig um wenige Millimeter.
    • Ist die Resonanzfrequenz zu hoch (bestes SWR über 440 MHz), sind die Elemente zu kurz. Dies ist schwieriger zu korrigieren; eventuell müssen neue, längere Elemente gefertigt werden.
  • Abstand Strahler-Reflektor: Eine geringfügige Änderung dieses Abstandes kann ebenfalls das SWR beeinflussen. Vergrößern oder verkleinern Sie den Abstand in kleinen Schritten (mm-Bereich) und messen Sie erneut.
  • Speisepunkt: Überprüfen Sie die Lötstellen und die Geometrie am Speisepunkt.

Führen Sie Abstimmungsarbeiten immer bei geringer Sendeleistung durch und dokumentieren Sie die Änderungen und Messergebnisse.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist die Drahtstärke wichtig für eine Antenne? ▼

Die Drahtstärke (Durchmesser) beeinflusst mehrere Aspekte einer Antenne:

  • Bandbreite: Dickere Drähte führen im Allgemeinen zu einer größeren Bandbreite der Antenne. Das bedeutet, die Antenne funktioniert gut über einen breiteren Frequenzbereich.
  • Resonanzlänge: Dickere Elemente müssen für dieselbe Resonanzfrequenz etwas kürzer sein als dünnere Elemente (sog. "Fat-Dipole-Effekt" oder Verkürzungsfaktor durch Dicke).
  • Verluste: Dickere Drähte haben einen geringeren ohmschen Widerstand, was zu geringeren Verlusten und potenziell höherer Effizienz führen kann, besonders bei hohen Strömen (Sendeantennen).
  • Mechanische Stabilität: Dickere Drähte sind stabiler, aber auch schwerer und schwieriger zu verarbeiten.

Für die von Ihnen angegebene Stärke von 2,5 cm² Querschnitt (Ø 17,84 mm) sind die mechanischen Aspekte und die Längenanpassung besonders relevant.

Was ist ein Reflektor und warum wird er benötigt? ▼

Ein Reflektor ist ein passives Element einer Antenne, das typischerweise hinter dem eigentlichen Strahlerelement positioniert wird. Seine Hauptaufgaben sind:

  • Richtwirkung erhöhen: Der Reflektor "spiegelt" die Funkwellen, die vom Strahler nach hinten abgestrahlt würden, zurück in die Hauptstrahlrichtung (nach vorne). Dadurch wird die Energie gebündelt.
  • Gewinn steigern: Durch die Bündelung der Energie in eine Richtung erhöht sich der Antennengewinn in dieser Hauptrichtung.
  • Vor-Rück-Verhältnis verbessern: Die Antenne wird unempfindlicher für Signale, die von hinten eintreffen.

Bei der Doppelquad-Antenne ist der Reflektor eine leitfähige Fläche (z.B. Metallplatte) in einem bestimmten Abstand hinter den Quad-Elementen. Größe und Abstand des Reflektors sind kritisch für die optimale Funktion.

Wie stimme ich die selbstgebaute Antenne ab? ▼

Das Abstimmen einer selbstgebauten Antenne erfolgt primär durch Messung des Stehwellenverhältnisses (SWR) und anschließende geometrische Anpassungen:

  1. SWR-Messgerät verwenden: Ein SWR-Meter wird zwischen Sender und Antenne geschaltet. Es zeigt an, wie gut die Antenne an die Impedanz des Senders/Kabels (meist 50 Ohm) angepasst ist.
  2. Messen über den Frequenzbereich: Messen Sie das SWR an der unteren, mittleren und oberen Frequenz Ihres Zielbandes (z.B. 430, 435, 440 MHz).
  3. Anpassungen vornehmen:
    • Elementlänge: Wenn das beste SWR unterhalb der Zielfrequenz liegt, sind die Elemente zu lang (vorsichtig kürzen). Liegt es darüber, sind sie zu kurz.
    • Reflektorabstand: Eine leichte Variation des Abstands zwischen Strahler und Reflektor kann das SWR ebenfalls beeinflussen.
    • Speisepunkt-Geometrie: Der Abstand der Leiter am Speisepunkt kann die Impedanz beeinflussen.
  4. Iterativer Prozess: Änderungen sollten in kleinen Schritten erfolgen, mit erneuter SWR-Messung nach jeder Anpassung. Ziel ist ein SWR von 1,5:1 oder besser über den gesamten gewünschten Frequenzbereich.

Dokumentieren Sie alle Änderungen und Messergebnisse sorgfältig.

Kann ich statt Kupferdraht auch anderes Material verwenden? ▼

Ja, prinzipiell können auch andere leitfähige Materialien für den Strahler verwendet werden, aber Kupfer ist aus mehreren Gründen oft die erste Wahl:

  • Leitfähigkeit: Kupfer hat eine sehr hohe elektrische Leitfähigkeit, was zu geringen Verlusten führt. Silber ist besser, aber teurer. Aluminium ist leichter und günstiger, hat aber eine geringere Leitfähigkeit und oxidiert, was Kontaktprobleme verursachen kann ( spezielle Behandlung oder Legierungen nötig).
  • Verarbeitbarkeit: Kupferdraht lässt sich relativ gut biegen und löten.
  • Korrosionsbeständigkeit: Kupfer oxidiert zwar, aber die Oxidschicht ist oft noch leitfähig oder kann entfernt werden. Bei Außenmontage ist Schutz dennoch ratsam.

Mögliche Alternativen:

  • Aluminiumdraht/-rohr: Leichter, aber schwieriger zu löten und korrosionsanfälliger an Verbindungsstellen.
  • Messingdraht/-rohr: Gut lötbar, korrosionsbeständiger als Kupfer, aber etwas geringere Leitfähigkeit.
  • Edelstahldraht: Sehr robust und korrosionsfest, aber deutlich geringere Leitfähigkeit als Kupfer, was zu höheren Verlusten führt und für Sendeantennen weniger ideal ist.

Bei Verwendung anderer Materialien müssen gegebenenfalls die Längen leicht angepasst werden, da der Verkürzungsfaktor auch vom Material abhängen kann (obwohl der Einfluss geringer ist als der der Drahtdicke).

Welche Polarisation hat diese Antenne und wie richte ich sie aus? ▼

Die Polarisation einer Doppelquad-Antenne hängt von ihrer räumlichen Ausrichtung ab. Die Polarisation beschreibt die Orientierung des elektrischen Feldes der Funkwelle.

  • Horizontale Polarisation: Erzielt man, wenn die Quad-Elemente so ausgerichtet sind, dass das elektrische Feld parallel zur Erdoberfläche schwingt. Bei der typischen Bauform, bei der die "Figur 8" des Strahlers vertikal steht (senkrecht zum Boden), und die Speisung an den horizontal gegenüberliegenden Punkten erfolgt, ist die Polarisation horizontal.
  • Vertikale Polarisation: Erzielt man, wenn das elektrische Feld senkrecht zur Erdoberfläche schwingt. Dazu müsste die Antenne um 90 Grad gedreht werden, sodass die Speisepunkte bei einer stehenden "Figur 8" oben und unten liegen.

Ausrichtung:

Die Doppelquad ist eine Richtantenne. Sie muss so ausgerichtet werden, dass die "Vorderseite" (die Seite, von der der Reflektor abgewandt ist) in Richtung der gewünschten Sende- oder Empfangsstation zeigt. Die maximale Sende-/Empfangsleistung wird in dieser Hauptrichtung erzielt.

Für den 70cm-Amateurfunk gilt:

  • FM und Repeaterbetrieb: Überwiegend vertikale Polarisation.
  • SSB, CW, DX (Weitverkehr): Überwiegend horizontale Polarisation.

Richten Sie Ihre Antenne entsprechend der Polarisation Ihrer Kommunikationspartner aus.


Empfohlene Weiterführende Suchanfragen


Referenzen

de.wikipedia.org
Quadantenne - Wikipedia
fetsch.de
PDF
sites.schaltungen.at
Quad-Antenne - Elektronik-
gerdschweizer.homepage.t-online.de
DVB-T2 Empfang mit der Doppelquad Antenne

Last updated May 16, 2025

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