Ein diversifiziertes ETF-Portfolio mit Fokus auf die Schweiz ist eine attraktive Strategie für Anlegerinnen und Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen möchten. Exchange Traded Funds (ETFs) bieten eine kostengünstige und transparente Möglichkeit, in ganze Märkte zu investieren und somit das Risiko einzelner Anlageformen zu minimieren.
In der Schweiz erfreuen sich ETF-Sparpläne zunehmender Beliebtheit, da sie auch mit kleinen Beträgen regelmässiges Investieren ermöglichen und vom Zinseszinseffekt profitieren lassen. Angesichts der grossen Auswahl an ETFs an der Schweizer Börse ist es entscheidend, die richtigen Fonds basierend auf den individuellen Anlagezielen, dem Anlagehorizont und der Risikobereitschaft auszuwählen.
Diversifikation ist das A und O beim Investieren. Sie bedeutet, das Kapital auf verschiedene Anlageklassen, Regionen und Sektoren zu verteilen, um das Risiko zu streuen. Durch die breite Streuung wird die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen oder Märkten reduziert. Wenn eine Anlageklasse schlecht abschneidet, können andere dies ausgleichen.
Mit ETFs lässt sich Diversifikation sehr effizient umsetzen. Ein einzelner ETF kann Hunderte oder Tausende von Wertpapieren enthalten und so auf einfache Weise eine breite Marktteilhabe ermöglichen.
Abbildung: Diversifikation hilft, die Volatilität zu reduzieren.
Eine gängige Strategie für den Aufbau eines diversifizierten ETF-Portfolios ist das Core-Satellite-Modell. Dabei bildet ein breit aufgestellter ETF (z.B. auf einen Welt-Index) den Kern des Portfolios (Core), während spezifische ETFs (Satellites) für Diversifikation in bestimmte Regionen, Sektoren oder Themen sorgen.
Für einen Schweiz-Fokus könnte der Core aus einem globalen Aktien-ETF bestehen, ergänzt durch Satelliten-ETFs auf Schweizer Indizes.
Für Schweizer Anleger kann es sinnvoll sein, einen Teil des Portfolios in Schweizer Aktien zu investieren. Dies wird oft als "Home Bias" bezeichnet. Ein Grund dafür ist die Reduzierung des Währungsrisikos, da die Anlagen in der Heimatwährung, dem Schweizer Franken (CHF), getätigt werden. Zudem sind Anlegerinnen und Anleger oft mit dem heimischen Markt vertrauter.
Allerdings ist der Schweizer Aktienmarkt im Vergleich zu globalen Märkten relativ klein und stark auf bestimmte Sektoren wie Gesundheitswesen und Finanzen konzentriert. Eine Übergewichtung des Heimmarktes kann daher auch zu einer geringeren Diversifikation im globalen Kontext führen.
Um in den Schweizer Aktienmarkt zu investieren, bieten sich ETFs auf verschiedene Schweizer Indizes an:
Die Wahl des Index hängt von der gewünschten Marktabdeckung und Konzentration ab.
Bei der Auswahl von ETFs auf Schweizer Indizes sollten Anlegerinnen und Anleger verschiedene Kriterien berücksichtigen:
Es gibt verschiedene Tools und Plattformen, die beim Vergleich von ETFs helfen, wie zum Beispiel justETF.
Basierend auf verschiedenen Kriterien haben sich einige ETFs auf Schweizer Indizes als beliebte Optionen etabliert:
| ETF Name | Index | TER (ca.) | Ausschüttungsart | Domizil |
|---|---|---|---|---|
| iShares Core SPI (CH) | SPI | 0.08% | Thesaurierend | Schweiz |
| UBS ETF (CH) - SMI® | SMI | 0.18% | Ausschüttend | Schweiz |
| Xtrackers Switzerland UCITS ETF | MSCI Switzerland | 0.15% | Akkumulierend/Ausschüttend | Luxemburg/Irland |
| iShares Swiss Dividend ETF | Swiss Dividend (SDIV) | 0.35% | Ausschüttend | Irland |
Hinweis: Die genannten TERs können variieren und sind Beispiele. Es ist wichtig, die aktuellen Informationen des jeweiligen ETFs zu überprüfen.
Um das Portfolio breit zu diversifizieren, ist die Ergänzung mit globalen Aktien-ETFs essenziell. Ein Welt-ETF investiert in Tausende von Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern und bietet so eine umfassende Marktabdeckung. Beliebte Indizes für globale Aktien-ETFs sind der MSCI World (Industrieländer) und der MSCI ACWI (Industrie- und Schwellenländer).
Ein gängiger Ansatz für Schweizer Anleger ist eine Aufteilung von beispielsweise 50% globale Aktien und einem Anteil Schweizer Aktien, je nach Home Bias Präferenz. Die genaue Gewichtung hängt von der individuellen Risikobereitschaft und den Anlagezielen ab.
Über Aktien hinaus können auch andere Anlageklassen zur Diversifikation beitragen:
Abbildung: Ein diversifiziertes Portfolio kann verschiedene Anlageklassen umfassen.
Die Integration dieser Anlageklassen hängt ebenfalls von den individuellen Anlagezielen und der Risikobereitschaft ab.
Ein ETF-Sparplan ermöglicht es, regelmässig (z.B. monatlich) einen festen Betrag in einen oder mehrere ETFs zu investieren. Dies hat mehrere Vorteile:
Viele Schweizer Broker und Finanzinstitute bieten ETF-Sparpläne an, oft mit niedrigen Gebühren.
Video: Einblicke in ETF-Sparpläne in der Schweiz.
Bei der Wahl des Anbieters für einen ETF-Sparplan in der Schweiz sind folgende Punkte wichtig:
Es gibt verschiedene Anbieter in der Schweiz, darunter traditionelle Banken, Neo-Banken und Fintechs, die unterschiedliche Konditionen anbieten.
Bevor Sie mit dem Investieren beginnen, ist es wichtig, eine klare Anlagestrategie festzulegen. Berücksichtigen Sie dabei:
Abbildung: Ein gut durchdachtes Portfolio basiert auf individuellen Zielen und Risikobereitschaft.
Basierend auf diesen Faktoren können Sie die prozentuale Aufteilung Ihres Portfolios auf verschiedene Anlageklassen und Regionen (z.B. Schweizer Aktien, globale Aktien, Obligationen) definieren.
Mit der Zeit kann sich die ursprüngliche Gewichtung der Anlageklassen in Ihrem Portfolio durch unterschiedliche Wertentwicklungen verschieben. Beim Rebalancing wird die ursprüngliche Aufteilung wiederhergestellt, indem Anteile von gut gelaufenen Anlageklassen verkauft und in weniger gut gelaufene investiert werden. Dies hilft, das definierte Risikoprofil beizubehalten.
Rebalancing kann in festen Intervallen (z.B. einmal jährlich) oder bei Erreichen bestimmter Schwellenwerte erfolgen.
Auch in der Schweiz unterliegen Anlagen in ETFs der Besteuerung. Relevant sind dabei die Vermögenssteuer auf den Wert der ETF-Anteile sowie die Einkommenssteuer auf erhaltene Dividenden oder Veräusserungsgewinne.
Die steuerliche Behandlung kann komplex sein, insbesondere bei ausländischen ETFs und thesaurierenden Fonds. Es ist ratsam, sich mit den spezifischen Regelungen vertraut zu machen oder bei Bedarf professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.
Für Schweizer Anleger kann ein ETF mit Domizil Schweiz steuerliche Vorteile bei Dividendenausschüttungen von Schweizer Unternehmen haben. Bei in der Schweiz domizilierten Fonds kann die Verrechnungssteuer oft direkt auf Fondsebene verrechnet werden, was den administrativen Aufwand für Anleger reduziert.
Es gibt keine pauschale Antwort darauf, wie viel Schweizer Aktienanteil optimal ist. Es hängt von Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Präferenzen ab. Einige Experten empfehlen einen Anteil zwischen 20% und 40%. Ein höherer Anteil erhöht den Home Bias und kann Währungsrisiken reduzieren, führt aber zu geringerer globaler Diversifikation.
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs in der Schweiz oft vorteilhafter. Sie reinvestieren Erträge automatisch, was den Zinseszinseffekt fördert und den administrativen Aufwand reduziert. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus, die dann besteuert und vom Anleger manuell reinvestiert werden müssten, um den gleichen Effekt zu erzielen.
Nutzen Sie ETF-Vergleichstools von Plattformen wie justETF. Achten Sie bei der Auswahl auf niedrige TERs, geringe Tracking Difference/Error, ausreichendes Fondsvolumen und ein für Ihre Strategie passendes Domizil und Ausschüttungsart. Berücksichtigen Sie die Performance über verschiedene Zeiträume, aber verlassen Sie sich nicht ausschliesslich auf die historische Wertentwicklung.
Ja, ETF-Sparpläne sind hervorragend für Anfänger geeignet. Sie ermöglichen einen einfachen Einstieg ins Investieren, erfordern keine grossen Einmalinvestitionen und fördern diszipliniertes Sparen und langfristigen Vermögensaufbau.