Das Herzstück des Hochgebets: Die tiefere Bedeutung von "Per ipsum, et cum ipso, et in ipso"
Entschlüsselung einer zentralen lateinischen Formel der katholischen Messe und der Rolle von "ipso".
In der katholischen Liturgie, insbesondere im Herzen der Eucharistiefeier, erklingen Worte, die eine tiefe theologische Wahrheit und eine lange Tradition in sich tragen. Sie haben nach einem spezifischen lateinischen Gebet gefragt, das Sie als "peripsun et cum insofern et in ipso" wiedergegeben haben. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um eine leichte Abwandlung der zentralen liturgischen Formel: "Per ipsum, et cum ipso, et in ipso". Diese Worte sind keine bloße Floskel, sondern der kraftvolle Abschluss des Eucharistischen Hochgebets, der sogenannten Doxologie.
Schlüsselerkenntnisse
- Zentrale Doxologie: Die Phrase "Per ipsum, et cum ipso, et in ipso" bildet den Anfang der abschließenden Doxologie (Lobpreis) des Eucharistischen Hochgebets in der katholischen Messe.
- Christus im Mittelpunkt: Das wiederholte "ipso" (eine Form von "er selbst") bezieht sich auf Jesus Christus und unterstreicht seine zentrale Rolle als Mittler, in Gemeinschaft mit dem die Gläubigen beten und in dem alle Anbetung gründet.
- Theologische Tiefe: Die dreifache Formulierung ("Durch ihn", "Mit ihm", "In ihm") ist keine Redundanz, sondern entfaltet die vielschichtige Beziehung der Gläubigen und der Liturgie zu Christus.
Der Liturgische Kontext: Wo erklingt dieses Gebet?
Die Worte "Per ipsum, et cum ipso, et in ipso" stehen an einer prominenten Stelle innerhalb der Heiligen Messe: am Ende des Eucharistischen Hochgebets, auch Kanon genannt. Dies ist der heiligste Teil der Messe, in dem die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi geschieht (Konsekration). Unmittelbar nach den Einsetzungsworten und den Gebeten für die Kirche und die Gläubigen spricht oder singt der Priester diese Doxologie, oft während er die konsekrierte Hostie und den Kelch erhebt.
Sie bildet den feierlichen Abschluss des Hochgebets und mündet in das "Große Amen" der Gemeinde, mit dem die Gläubigen dem gesamten Eucharistischen Gebet und dem Lobpreis Gottes zustimmen. Es ist ein Moment höchster Anbetung und ein Übergang zum Empfang der Kommunion.
Priester bei der Feier der Heiligen Messe, dem liturgischen Ort der Doxologie.
Die vollständige Doxologie
Die Phrase ist der Beginn eines längeren Lobpreises an die Heiligste Dreifaltigkeit:
Lateinisch:
"Per ipsum, et cum ipso, et in ipso, est tibi Deo Patri omnipotenti, in unitate Spiritus Sancti, omnis honor et gloria, per omnia saecula saeculorum."
Deutsch:
"Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes, alle Ehre und Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit."
Die Gemeinde antwortet darauf mit einem kraftvollen "Amen", das als das "Große Amen" bekannt ist.
Entschlüsselung der Worte: "Durch ihn, mit ihm, in ihm"
Die dreifache Präpositionalphrase mit "ipso" entfaltet die Beziehung zu Christus in verschiedenen Dimensionen. "Ipso" ist dabei die Ablativform des lateinischen Pronomens "ipse", was "er selbst" oder "gerade er" bedeutet und sich hier eindeutig auf Jesus Christus bezieht.
Die Bedeutung im Detail
Die folgende Tabelle fasst die Bedeutung der einzelnen Teile zusammen:
| Lateinische Phrase | Deutsche Übersetzung | Theologische Bedeutung |
|---|---|---|
| Per ipsum | Durch ihn | Christus ist der einzige Mittler. Alle Gebete, Opfergaben und die gesamte Anbetung gelangen durch sein Wirken, insbesondere sein Kreuzesopfer, zu Gott dem Vater. Er ist der Weg zum Vater. |
| Et cum ipso | Und mit ihm | Die Gläubigen und die ganze Kirche handeln nicht allein, sondern in Gemeinschaft mit Christus. Die Liturgie wird gemeinsam mit ihm als Haupt der Kirche gefeiert. Es betont die Einheit im mystischen Leib Christi. |
| Et in ipso | Und in ihm | Alles liturgische Handeln und das christliche Leben selbst sind in Christus gegründet und finden in ihm ihre Vollendung. Er ist der Raum und die Wirklichkeit, in der die Erlösung geschieht und die Anbetung stattfindet. |
Warum die Wiederholung von "ipso"?
Die Wiederholung von "ipso" ist kein stilistischer Zufall oder eine bloße Redundanz. Sie dient dazu, die absolute Zentralität Christi im Heilsgeschehen und in der Liturgie aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und zu bekräftigen.
Theologische Betonung
Die dreifache Nennung unterstreicht mit Nachdruck, dass es keinen Zugang zu Gott dem Vater gibt außer durch, mit und in Jesus Christus. Es ist eine konzentrierte Aussage über die Christozentrik des Glaubens und der Liturgie. Jeder Aspekt – Vermittlung, Gemeinschaft, Existenz – ist untrennbar mit der Person Christi verbunden.
Trinitarischer Lobpreis
Obwohl Christus im Fokus steht, richtet sich die Doxologie an Gott den Vater ("tibi Deo Patri omnipotenti") und erwähnt explizit die Einheit des Heiligen Geistes ("in unitate Spiritus Sancti"). Die Formel fasst somit das gesamte Mysterium der Dreifaltigkeit zusammen, in dem der Sohn der Weg zum Vater im Heiligen Geist ist.
Liturgische Feierlichkeit
Die rhythmische Wiederholung verleiht dem Moment eine besondere Feierlichkeit und hilft den Gläubigen, sich die zentrale Rolle Christi in diesem Höhepunkt der Messe bewusst zu machen. Es ist ein rhetorisches Mittel, das die Bedeutung verstärkt und zur Andacht einlädt.
Visuelle Darstellung der Theologischen Schwerpunkte
Die Doxologie "Per ipsum, et cum ipso, et in ipso" vereint mehrere zentrale theologische Konzepte. Das folgende Diagramm visualisiert die relative Betonung dieser Aspekte innerhalb dieser spezifischen liturgischen Formel.
Wie das Diagramm andeutet, stehen der Lobpreis des Vaters und die zentrale Rolle Christi (Christozentrik) im Vordergrund. Die drei Aspekte "Per ipsum", "Cum ipso" und "In ipso" erhalten ebenfalls eine starke Betonung, da sie die Art und Weise beschreiben, WIE dieser Lobpreis durch Christus geschieht. Der trinitarische Bezug ist integral, wobei der Heilige Geist als Einheit stiftendes Prinzip genannt wird.
Die Rolle des Lateinischen in der Messe
Die Verwendung von Latein in der katholischen Messe hat eine lange Geschichte. Latein war über Jahrhunderte die universale Sprache der Westkirche.
Tradition und Universalität
Auch wenn nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) die Liturgie meist in den Landessprachen gefeiert wird, hat Latein weiterhin seinen Platz. Es wird als Sakralsprache angesehen, die
- eine Verbindung zur langen Tradition der Kirche herstellt,
- die Universalität der Kirche über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg symbolisiert,
- eine gewisse Zeitlosigkeit und Unveränderlichkeit wichtiger Glaubensinhalte zum Ausdruck bringt.
Die Doxologie "Per ipsum..." wird daher in manchen Gemeinden oder bei besonderen Anlässen weiterhin auf Latein gebetet oder gesungen, insbesondere in der sogenannten "außergewöhnlichen Form" des Römischen Ritus (oft als Tridentinische Messe bezeichnet).
Altes Messbuch (Missale), das die lateinischen Gebete der Messe enthält.
Latein im "Gotteslob"
Auch im aktuellen Gebet- und Gesangbuch der katholischen Bistümer Deutschlands und Österreichs, dem "Gotteslob", finden sich weiterhin die feststehenden Teile der Messe (Ordinarium) wie Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei in lateinischer Sprache, um deren Gebrauch weiterhin zu ermöglichen.
Zusammenfassende Gedanken: Eine Mindmap
Die folgende Mindmap fasst die Kernaspekte der Doxologie "Per ipsum, et cum ipso, et in ipso" zusammen:
Diese Mindmap zeigt die Verknüpfung zwischen dem liturgischen Ort, der detaillierten Bedeutung der Worte, der Funktion der Wiederholung und dem sprachlichen Hintergrund dieses zentralen Gebets.
Einblick in die lateinische Messe
Das folgende Video bietet Einblicke in Gebete und Akklamationen, wie sie in der traditionellen lateinischen Messe vorkommen, und kann helfen, den Kontext solcher Formulierungen besser zu verstehen.
Das Video zeigt verschiedene Teile der Messe, darunter Gebete am Altar und Gesänge, die den feierlichen Charakter der Liturgie unterstreichen, in der auch die Doxologie "Per ipsum..." ihren Platz hat.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
+ Ist das Gebet immer auf Latein?
Nein, nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wird die Messe überwiegend in der jeweiligen Landessprache gefeiert. Die Doxologie wird also meist auf Deutsch ("Durch ihn und mit ihm und in ihm...") gesprochen oder gesungen. In der "außergewöhnlichen Form" des Römischen Ritus (Tridentinische Messe) sowie bei manchen Messfeiern in der "ordentlichen Form" wird sie jedoch weiterhin auf Latein verwendet.
+ Wer spricht dieses Gebet in der Messe?
Die Doxologie "Per ipsum..." wird vom Priester (oder Bischof), der der Messe vorsteht, gesprochen oder gesungen. Die Gemeinde bestätigt das gesamte Eucharistische Hochgebet, das mit dieser Doxologie endet, durch ihr "Amen".
+ Warum ist dieses Gebet so wichtig?
Es fasst den Kern des christlichen Glaubens und der Eucharistiefeier zusammen: Alle Ehre gebührt Gott dem Vater, und dieser Lobpreis geschieht durch, mit und in Jesus Christus, dem Sohn, in der Einheit des Heiligen Geistes. Es ist der Höhepunkt des Dank- und Lobpreises im Eucharistischen Hochgebet und bekräftigt die zentrale Rolle Christi als Mittler und Erlöser.
+ Gibt es ähnliche Formulierungen in anderen Gebeten?
Die trinitarische Struktur (Lobpreis an den Vater durch den Sohn im Heiligen Geist) ist grundlegend für viele christliche Gebete. Die spezifische dreifache Formulierung "Per ipsum, et cum ipso, et in ipso" ist jedoch charakteristisch für die abschließende Doxologie des römischen Eucharistischen Hochgebets und hebt sich durch ihre Dichte und Prägnanz hervor.
Empfohlene weiterführende Fragen
- Welche Bedeutung hat das Große Amen in der katholischen Messe?
- Was sind die Hauptteile des Eucharistischen Hochgebets?
- Warum wird in der katholischen Kirche manchmal noch Latein verwendet?
- Erkläre den Unterschied zwischen der ordentlichen und außerordentlichen Form der Messe.
Referenzen
Last updated May 3, 2025