Die Viture Pro XR Brille zielt darauf ab, ein Großbilderlebnis in einem tragbaren Format zu bieten. Langzeitnutzer heben hierbei mehrere Aspekte hervor, die das Seherlebnis im täglichen Gebrauch prägen.
Ein zentrales Merkmal ist das projizierte Display, das einer Bildschirmdiagonale von bis zu 135 Zoll (aus 3 Metern Entfernung betrachtet) entspricht. Dank der Sony Micro-OLED-Panels mit einer Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln pro Auge wird die Darstellung von Texten und Bildern als sehr scharf empfunden. Die Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz sorgt für eine flüssige Wiedergabe, was besonders bei Filmen und Spielen positiv auffällt.
Die Viture Pro XR Brille bietet ein großes virtuelles Display für immersive Erlebnisse.
Die Displays erreichen eine Spitzenhelligkeit von bis zu 4000 Nits, wobei die wahrgenommene Helligkeit bei etwa 1000 Nits liegt. Dies ermöglicht eine gute Ablesbarkeit auch in helleren Umgebungen, wie beispielsweise im Zug oder Flugzeug bei Tageslicht. Die UltraClarity™-Technologie soll für eine klare Darstellung von Kante zu Kante sorgen.
Ein oft gelobtes Feature ist die integrierte Dioptrienanpassung für kurzsichtige Nutzer (bis -5,0 dpt). Dies erlaubt es vielen Brillenträgern, die Viture Pro XR ohne zusätzliche Korrekturgläser oder ihre eigene Brille darunter zu verwenden, was den Komfort und die Bildqualität verbessert.
Trotz der positiven Aspekte berichten einige Nutzer, insbesondere solche mit bestimmten Gesichtsformen oder Augenabständen, von einer gewissen Unschärfe an den Rändern des Displays. Dies scheint ein generelles Thema bei XR-Brillen dieser Bauart zu sein und kann das Leseerlebnis am Rand beeinträchtigen. Das Sichtfeld wird für echte Augmented-Reality-Anwendungen als nicht ausreichend groß empfunden, um Effekte natürlich wirken zu lassen; die Brille wird eher als Videobrille für ein großes virtuelles Display gesehen.
Der Komfort ist entscheidend für die Akzeptanz im Alltag. Die Viture Pro XR wiegt etwa 77 Gramm, was sie deutlich leichter macht als typische VR-Headsets wie die Meta Quest 3. Nutzer berichten, dass sie die Brille für 1-2 Stunden am Stück, beispielsweise bei der Arbeit oder beim Spielen, ohne signifikante Ermüdung tragen können. Die SGS A+ Augenschutzzertifizierung wird ebenfalls positiv erwähnt.
Allerdings wird das Design als etwas "klobig" oder "hefty" im Vergleich zu normalen Sonnenbrillen beschrieben. Die Passform kann eine Herausforderung darstellen: Personen mit breiteren Gesichtern oder spezifischen Nasenformen berichten von Druckstellen oder einer nicht optimalen Positionierung der Linsen, was zu den erwähnten Unschärfen an den Rändern beitragen kann. Die Anpassung mit verschiedenen Nasenstegen ist wichtig, aber nicht für jeden ideal. Trotzdem wird der Tragekomfort im Vergleich zu schwereren VR-Headsets oft als überlegen empfunden.
Ein herausragendes Merkmal der Viture Pro XR ist der verbesserte elektrochrome Film. Per Knopfdruck kann dieser bis zu 99,5 % des externen Lichts blockieren. Dies erhöht nicht nur den Kontrast und die Immersion, sondern sorgt auch für Diskretion, da von außen kaum erkennbar ist, welche Inhalte auf dem Display angezeigt werden. Diese "UltraFreedom"-Funktion wird besonders für die Nutzung in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Büroumgebungen geschätzt.
Das in Zusammenarbeit mit HARMAN entwickelte Soundsystem liefert eine gute Audioqualität direkt über die Brillenbügel. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, die Schallabstrahlung nach außen zu minimieren ("minimal sound bleed"), sodass Mitmenschen möglichst wenig gestört werden. Dies trägt ebenfalls zur Privatsphäre bei und macht die Brille alltagstauglicher.
Die SpaceWalker App, verfügbar für iOS, Android, macOS (und bald auch Windows), erweitert die Funktionalität der Brille erheblich. Sie ermöglicht die Nutzung von bis zu drei virtuellen Bildschirmen gleichzeitig, was besonders für produktives Arbeiten unterwegs geschätzt wird. Darüber hinaus bietet die App native Unterstützung für 3D/VR-Videoinhalte und räumliches Video auf unterstützten iPhones (z.B. iPhone 15/16 mit entsprechendem Adapter).
Die Viture Pro XR funktioniert prinzipiell nahtlos mit den meisten Geräten, die DisplayPort über USB-C unterstützen. Dazu gehören moderne Laptops, Gaming-Handhelds wie das Steam Deck, die iPhone 15/16 Serie und viele Android-Smartphones. Einschränkungen gibt es bei Geräten, die diesen Standard nicht unterstützen, wie beispielsweise Google Pixel oder einige Samsung Galaxy Modelle. Für erweiterte Funktionen, insbesondere mit iPhones, kann zusätzliches Zubehör wie der "USB-C XR Charging Adapter" notwendig sein.
Die Viture Pro XR lässt sich mit einer Vielzahl von Geräten verbinden.
Um die Positionierung der Viture Pro XR im Markt besser zu verstehen, vergleichen wir sie anhand einiger Schlüsselkriterien mit typischen VR-Headsets und anderen AR-Brillen. Die Werte im folgenden Diagramm basieren auf einer Synthese von Nutzerberichten und Tests und stellen eine subjektive Einschätzung dar.
Das Diagramm verdeutlicht, dass die Viture Pro XR besonders in den Bereichen Portabilität, Privatsphäre und Displayqualität für mobile Anwendungen punktet, während typische VR-Headsets bei der Immersion für Gaming und stationäre Anwendungen oft überlegen sind. Einfachere AR-Brillen können beim Komfort und der Unauffälligkeit punkten, bieten aber meist weniger Displayqualität und Funktionen.
Langzeitnutzer setzen die Viture Pro XR in vielfältigen Szenarien ein:
Das folgende Video gibt einen Einblick in die Nutzungserfahrungen nach einem Monat, was die Alltagstauglichkeit gut beleuchtet:
Dieses Video von "Game Scribes" zeigt eine Langzeitbewertung der Viture Pro XR Brille und geht auf Stärken sowie Schwächen im alltäglichen Gebrauch ein.
Nutzer berichten, dass die Brille zu einem festen Bestandteil ihres technischen Arsenals geworden ist, besonders für Pendler und Vielreisende. Die Möglichkeit, diskret und komfortabel auf einen großen Bildschirm zuzugreifen, wird als Hauptvorteil gesehen. Es wird jedoch auch angemerkt, dass die Technologie insgesamt noch in den Kinderschuhen steckt und XR-Brillen wie die Viture Pro XR eher Nischenprodukte für technikaffine Anwender sind.
Die folgende Mindmap fasst die zentralen Eigenschaften und Nutzererfahrungen der Viture Pro XR zusammen und bietet einen schnellen Überblick über die wichtigsten Aspekte für den Langzeitgebrauch im Alltag.
Diese Mindmap illustriert die Balance zwischen den innovativen Features, die den Alltag bereichern können, und den Bereichen, in denen noch Verbesserungspotenzial besteht oder Kompromisse eingegangen werden müssen.
Basierend auf den gesammelten Langzeiterfahrungen ergibt sich folgendes Bild der Vor- und Nachteile der Viture Pro XR Brille:
Vorteile | Nachteile |
---|---|
Großes, helles und scharfes virtuelles Display (135 Zoll, 120 Hz) | Mögliche Unschärfe an den Displayrändern, besonders bei bestimmten Gesichtsformen |
Integrierte Myopie-Anpassung bis -5,0 dpt | Formfaktor wird als etwas klobig empfunden, Gewicht höher als bei normalen Brillen |
Elektrochromer Film für hervorragende Privatsphäre und Nutzung bei Helligkeit | Passform kann für manche Nutzer unbequem sein, besonders bei längerer Nutzung |
Gute Audioqualität mit minimaler Schallabgabe (HARMAN-Kooperation) | Voller Funktionsumfang oft nur mit zusätzlichem, teils teurem Zubehör (z.B. Mobile Dock, iPhone Adapter) |
Leichter und komfortabler als viele VR-Headsets für Sessions von 1-2 Stunden | Echte AR/MR-Fähigkeiten sind begrenzt; primär als tragbarer Monitor zu sehen |
Breite Kompatibilität mit Geräten, die USB-C DisplayPort unterstützen | Nicht alle Smartphones kompatibel (z.B. Google Pixel, einige Samsung-Modelle) |
Vielseitig einsetzbar für Produktivität (Multi-Screen), Gaming und Medienkonsum | Relativ hoher Anschaffungspreis im Vergleich zu einfacheren Displaybrillen |
SpaceWalker App erweitert Funktionalität (Multi-Screen, 3D/VR-Video) | Augenbelastung bei sehr langer, ununterbrochener Nutzung möglich, trotz Zertifizierung |
Die Viture Pro XR positioniert sich im Premium-Segment der AR/XR-Brillen mit einem Startpreis von etwa 459 bis 549 US-Dollar. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, insbesondere für erweiterte Funktionen wie den Multi-Screen-Modus auf iPhones oder ein optimales Gaming-Erlebnis mit Konsolen, ist oft der Kauf von zusätzlichem Zubehör notwendig. Dazu gehören beispielsweise der Viture Mobile Dock, der V-Game Controller oder spezifische Adapter. Diese erhöhen die Gesamtkosten erheblich. Langzeitnutzer weisen darauf hin, dass man in das Viture-Ökosystem investieren muss, um das Beste aus der Brille herauszuholen. Im Vergleich zu High-End-Geräten wie der Apple Vision Pro ist die Viture Pro XR jedoch deutlich erschwinglicher, bietet aber auch einen anderen Funktionsumfang und ist primär als Display-Ersatz konzipiert.